Bereits 1971 entdeckte R. F. Ertl im Mauerwerk der sogenannten Kohlbarren in Döllach im Mölltal tausende vermauerte Tonscherben, die seines Erachtens nach Zinkreduktionsröhren stammen mussten. Doch die Lage der in der metallhüttenkundlichen Literatur mehrfach zitierten Zinkhütte Döllach selbst war bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Erst die in den Jahren 1974 und 1979 folgenden archäologischen Untersuchungen erbrachten den Nachweis für die Existenz und den Standort der Zinkhütte. Die Vermutungen Ertls hatten sich bestätigt - seine tatkräftige und verdienstvolle Initiative zeigte Erfolg.
1974
Im Frühjahr und Herbst 1974 wurde mit einem mehrköpfigen Team Bodenuntersuchungen im Bereich der ehemaligen Zinkhütten von Döllach im Mölltal durchgeführt. Begründet waren diese „Sofortmaßnahme“ in dem, bei einer Ortsbegehung ins Auge gefassten Beschluss, den sogenannten Kohlbarrens nächst der "alten Schmelz" abzureißen.
In Raum A konnten drei Planquadrate (PQ A1-3) angelegt und bis auf das Niveau eines gestampften Lehmfußbodens in ca. 1,95 m Tiefe abgetieft . Aus einem in den Boden eingelassenen Schacht konnten etwa 250 kg Tonröhrenbruchstücke, grundlegende Konstruktionsbestandteile eines Reverberierofens zur Zinkverhüttung, geborgen werden. Parallel zu diesen Arbeiten wurde die Ofenanlage I in Raum B und der Oberteil einer Esse in Raum D freigelegt.

Abb. aus: R. F. Ertl, Beitrag zur Kenntnis des Frühesten Zinkhüttenwesens in Kärnten, Der Karinthin 90, 1984, 131.
Aufgrund der Untersuchungsergebnisse von 1974 enschloss sich das Denkmalamt zu einer Unterschutzstellung des historischen Gbeäudes - die Gemeinde Döllach erteilte vorerst keinen Abbruchauftrag. Einem Einspruch gegen die Unterschutzstellung wurde aber schlussendlich stattgegeben, da Fachexperten konstatierten, dass von den Öfen so gut wie nichts vorhanden sei.
1979
Im Sommer 1979 bahnte sich nun doch ein baldiger Abbruchtermin für die des Kohlbarrens an. In einer einwöchigen Notbergung wurden weitere wertvolle Hinweise für die Existenz der Zinkhütte vorgelegt. Es handelte sich hierbei um hunderte Kleinfunde und Mauerzüge der gesuchten Ofenanlage. Im Zuge dieser Kampagne konnten in Raum A sechs mit Bauschutt, Tonröhren und Goldplattenschlackestücken verfüllte Schächte dokumentiert werden (X1-6).
Literatur
- R. F. Ertl, Beitrag zur Kenntnis des Frühesten Zinkhüttenwesens in Kärnten, Der Karinthin 90, 1984, 115-137.