Steinschloss 2005

2005 wurde ein Suchschnitt vor der Burgkapelle weiter untersucht und die Burgkapelle selbst untersucht, wobei für die österreichische Burgenarchäologie einzigartige Ergebnisse auftauchten. Aus den Grabungen der Jahre 2003–2005 liegen erstmals einwandfrei stratifizierte Fundobjekte vor, die einen Aufschluss über die Besiedlungsgeschichte des frühen Hochmittelalters im Neumarkter Raum gewähren. Eine bisher nur indirekt über historische Quellen angenommene frühe Erbauungszeit der Burg im 11. Jahrhundert konnte nun einwandfrei über Keramikfunde nachgewiesen werden.

Die Wandflächen der Burgkapelle wurden fotogrammetrisch aufgenommen, die Wand- und Grabungsbefunde wurden gemeinsam ausgewertet und eine 3D-Rekonstruktion der Erstphase der Burgkapelle durchgeführt. In der Burgkapelle lassen sich fünf große Bauphasen zwischen 1300 und dem 18. Jahrhundert nachvollziehen, welche auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der Besitzer widerspiegeln.

Im Jahr 2005 wurden die restlichen, sichtbaren Teile der Hochburg saniert, nun fehlte nur mehr das Untergeschoss des Bergfrieds. Im Rahmen der Sanierungstätigkeit wurden der Aufgang zur Hochburg, sowie die Kronensicherung im gesamten Wehrgang der Hochburg durchgeführt.

Bei der internationalen Burgentagung „Castrum Bene 9“ wurde das Projekt der erstmals der europäischen Fachwelt vorgestellt.

 

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Jahresbericht der archäologischen und bauforscherischen Tätigkeiten auf Burgruine Steinschloß 2005 (KG Adendorf, OG Mariahof)